blog

schnell

Vor Kurzem war ich seit langer Zeit mal wieder bei McDonalds. Wie bisher auch ging ich an die Theke, um zu bestellen. Doch ohne mir auch nur ein Lächeln oder gar ein „Hallo!“ zu schenken, wurde ich zu einem Touchscreen verwiesen. Dort sollte ich mir mein Essen selbst bestellen.

Leider kam ich nicht zurecht und wurde regelrecht zum Störfaktor …

 

Emotionen sind zukunftsfähig

Vielleicht findet ihr es toll, euch selbst das Essen am Touchscreen zusammenstellen zu können. Ein Hoch auf die Digitalisierung! Ich hingegen kam mir vor wie in einem gruseligen Future-Sci-Fi-Streifen. Wie Zombies standen alle vor diesen Bildschirmen und holten sich danach wortlos ihre Bestellung an der Theke ab. Klick, Essen, fertig. Das nenne ich mal Fast-Food – ohne Lächeln, ohne Emotionen. Reine Magenbefüllung.

Und diese Geschichte rund um „Fast“ läuft uns im täglichen Leben ständig über den Weg. Nicht nur im Schnellrestaurant, muss alles möglichst zackig und unpersönlich abgefertigt werden, sondern auch an der Fast Lane am Flughafen. Oder der Fastbreak im Basketball, der den äußerst schnell ausgeführten Durchbruch aus der Verteidigung meint – quasi einen Steilangriff. Jeder muss „noch schnell“ einkaufen, „noch schnell“ was erledigen, „noch schnell“ was essen. Bedeutet ein Fast Ticket für ein Konzert, dass die Veranstaltung besonders schnell vorbei ist? ;)

 

Auf der Überholspur abgekommen

Wer immer auf der Fast Lane, also auf der Überholspur unterwegs ist, bekommt das Wesentliche nicht mehr mit. Wo bleibt dass „sich Zeit nehmen“ – für sich, jemanden anderen oder eine Sache? Nicht schnell vorbei kommen, sondern wirklich da sein. Einfach so.

Versteht mich nicht falsch: Ich finde es auch klasse, dass die Digitalisierung uns einige Aufgaben abnimmt und vieles erleichtert. Aber die Emotionen dürfen nicht auf der Strecke bleiben. Doch genau das habe ich in dieser Filiale erlebt. Graue Mitarbeiter mit einem gleichgültigen Gesichtsausdruck – grau in grau. Ich war froh, dass ich wenigstens meinen roten Schal anhatte und damit den einzigen bunten Farbklecks in diesem trostlosen Szenario war …

 

Farbe bekennen

Nun, ich bat also eine Mitarbeiterin freundlich um Hilfe bei der Bestellung am Touchscreen. Und tatsächlich schenkte sie mir ein Lächeln! Mehr noch: Ich sah, wie auch diese Frau wieder etwas Farbe ins Gesicht bekam. Das entspannte mich etwas. Für sie war es offenbar schön, mal wieder Kontakt mit Menschen zu haben, Emotionen zu sehen und selbst zu leben. 

Mir wurde dadurch wieder eine Sache bewusst: Nur, weil uns die Roboter manche Aufgaben abnehmen, dürfen wir nicht zulassen, selbst wie Roboter herumzulaufen. Grau und ohne Emotionen? Keine Option für mich. Ich wünsche mir für diese Mitarbeiterin und für euch alle, dass ihr euch niemals dem Grau des Alltags hingebt, sondern jeden Tag richtig tolle Momente erlebt!

 

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.