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„Schluss mit den rein männlichen Verwaltungsräten.“ Diese Nachricht aus Kalifornien wurde mit großem „Hallo!“ begrüsst. Kalifornien führt per Gesetz eine Frauenquote in Verwaltungsräten ein – und begründet die Frauenquote mit Zahlen aus der Schweiz. Denn die Credit Suisse kommt in einer Studie zu dem Ergebnis: Dass Firmen mit Frauen im Verwaltungsrat erfolgreicher seien. Man (also auch Frau – und vor allem ich) kann also vernünftigerweise nicht gegen eine Frauenquote sein … Oder?

 

Nicht die Frauenquote bringt den Erfolg

Ich möchte euch gerne zu einer Zeitreise einladen. Es geht einige Jahre in die Vergangenheit (klamottentechnisch sogar in die 80iger …). Ich war von einem großen internationalen Unternehmen gebucht worden. Dort traf ich eine Frau, Anfang 60, die im Verwaltungsrat sitzt – und deren Kleidungsstil sehr 80iger Jahre beeinflusst war: Ich sage nur breite Schulterpolster und Frauen als Männer verkleidet in Hosenanzügen …

Besagte Dame versuchte, neue strategische Impulse zu bringen – hatte aber leider keinen roten Faden in ihrer Arbeit. Keine Ruhe. Sie arbeitete aus lauter Aktivismus an den Werten des Unternehmens vorbei. Ging ganz ins Controlling hinein. Überflutete die Geschäftsleitung mit E-Mails, so dass die dort in die Bredouille kamen mit ihrer Aufgabe, das Unternehmen operativ zu leiten. Das nahm solche Formen an, dass es das Unternehmen richtig Geld kostete. 

Und hier kam ich ins Spiel: In einer Mediation klärten wir die subjektiven Wirklichkeiten. So entstand eine Brücke zwischen der „aus dem Ruder gelaufenen Dame“ und dem Unternehmen  – und die Frau konnte erkennen, was da mit ihr passiert war. Sie hatte versucht, wie ein starker Mann aufzutreten. Sie hatte ihre Weiblichkeit an der Garderobe abgegeben und war im wahrsten Sinne außer sich. Sie war also nicht bei sich und reagierte deswegen ständig über.

Und weil das vielen Frauen passiert, denke ich, dass eine Frauenquote nicht der Garant für mehr Erfolg ist. Das ist etwas anderes.

 

Das Weibliche als Booster des Erfolgs

„Warum sollte das etwas anderes sein?“ wurde ich in einem anderen Workshop gefragt. Schliesslich würde die Frau doch Dynamik ins Team bringen. Sie rüttelt auf. Bringt frischen Wind ins Unternehmen … Oder nicht?

Meine Antwort war: Ja, einen Wind allerdings, der das Unternehmen nicht weiterbringt, sondern droht zum Kentern zu bringen.

Und warum? Weil die Frau aus meinem Beispiel in meinen Augen aus Angst so überreagierte, schliesslich ist Angriff die beste Verteidigung. Deswegen landete sie im Controlling. Der frische Wind für alle im Unternehmen glich eher einer steifen Brise, die sämtlichen Beteiligten die Tränen in die Augen trieb. Sie kontrollierte nur noch alles, weil sie Angst hatte, die Kontrolle zu verlieren. Und dann geschah genau das, was ihre größte Angst war. 

Warum? Weil sie nicht bei sich war. Nicht als Mensch – und das heisst bei einer Frau auch immer als Frau. Erst wenn Frauen wirklich weiblich sind, schreiben sie Erfolgsgeschichten.

 

Seid bei euch!

Wenn ihr bei euch seid, dann übernimmt nicht die Angst die Kontrolle über euch. Was bedeutet es, wenn eine Frau bei sich ist: sie handelt zukunftsorientierter. Frausein hat auch damit zu tun, dass wir die Gabe haben, Dynamik, also Lebendigkeit zu bringen. Oder das Augenzwinkern, das Leichte. Die Frauen, die das machen – da kommen immer kreative, innovative Sachen raus. Die Erlaubnis, anders zu denken, anders zu sprechen – das bringt frischen Wind, der inspiriert!

Deswegen ist eine Frauenquote nicht die Lösung – und ich bin gegen sie, weil sie die Ganzheitlichkeit aus dem Blick verliert. Eine Quote ist keine gute Grundvoraussetzung, um zwischen den Menschen und Teams Brücken zu bauen. Es geht um die Balance. Die lässt sich nicht per Gesetz verordnen. Es geht um Yin und Yang – plus Fachkompetenz. Frauen, die in solche Ämter wollen, sollen auch die Möglichkeit haben, in diese Ämter zu kommen klar. Und da darf’s auch stürmisch werden. Neue Wege erweitern die Ortskenntnis. Typisch weiblich eben.

Ich finde, es ist spannend, Frauen im Team zu haben, die auch Frauen sind. Mich seht ihr übrigens oft im Jupe, also im Rock :-), oder im Kleid, nur wenn es kalt ist – oder der Situation dienlicher – auch in Hosen. Ich lasse mir auch die Tür aufhalten. Ich bin eben eine Frau. Ganz ohne Quote. Ich bin bei mir. Et voilà, das bringt den Erfolg.

 

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