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Wie stellt ihr euch ein Start-up vor? Wie sieht es da aus? Die meisten, mit denen ich über das Thema rede, erzählen mir etwas von Rutschen, Tischkickern, Chill-out-Zonen, Erdbeer-Shakes und all solchem Tralala. Oder sie sagen kurz: „So wie bei Google halt eben.“
Das stimmt schon: Bei uns in der Züricher Niederlassung von Google gibt es das alles. Aber ich muss euch ehrlich sagen: Mir graut es bei diesem Anblick …

 

Was macht ein Start-up aus?

Fragt euch mal, was Google und all die anderen mit diesem Klimbim erreichen wollen. Für mich ist klar: Die wollen, dass ihr gar nicht mehr rausgeht aus der Firma. Am liebsten hätten sie, dass ihr 24 Stunden dort verbringt und rund um die Uhr arbeitet. Für mich ist das moderne Sklavenhaltung.
Was ein Start-up wirklich ausmacht, ist etwas ganz anderes. Hermann Hesse hat einmal geschrieben: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“. Das trifft es sehr gut. Wer sich traut, ein Start-up zu gründen, befreit sich ein Stück weit von gesellschaftlichen Konventionen und setzt einen neuen Anfang. Er schafft sich ein eigenes morphogenetisches Feld.
Ein was?

 

Adieu Urlaubs-Feeling

Vielleicht kennt ihr das: Ihr seid im Urlaub und geniesst dieses Feeling sehr. Ihr macht jede Menge Fotos, packt euch Souvenirs ein und bringt das alles mit nach Hause. Doch kaum seid ihr wieder in eurem gewohnten Umfeld, ist das Urlaubsfeeling weg – trotz Andenken und Bildern. Ihr könnt es einfach nicht festhalten, weil ihr wieder euer alltägliches morphogenetisches Feld betreten habt.
Das lässt sich nämlich nicht so leicht übertragen. Diese Erfahrung haben auch schon viele grosse Firmen gemacht: Sie haben selbst Start-ups als Unter-Brand gegründet oder sich welche gekauft und als Einheit weiterlaufen lassen – und doch ist es ihnen nicht gelungen, den Start-up-Zauber, den sie so gerne auf sich übertragen wollten, zu erhalten. Das liegt an diesem morphogenetischen Feld.
Das richtige Feld für eure Neugründung findet ihr viel eher in den Innovationszentren oder – wie es sich bei uns in der Schweiz als Begriff eingebürgert hat – Hubs.

 

Im Mittelpunkt

In Zürich ist zum Beispiel so ein Hub im Viadukt, ganz cool in den Pfeilerwölbungen einer grossen Bahnbrücke untergebracht. Ihr könnt dort einen Tisch oder ein Telefon oder einen Raum mieten. Um euch herum arbeiten lauter Leute an ganz unterschiedlichen Projekten in ganz unterschiedlichen Bereichen. Ihr spielt nicht im gleichen Team, aber irgendwie seid ihr alle doch ein Team.
So ein Hub bringt euch wahnsinnig viel an Netzwerk: Jeder profitiert von der Erfahrung des anderen. Hub heisst übersetzt auch „Mittelpunkt“ – das ist es auch: In dieser Mitte treffen sich Leute, die etwas auf den Weg bringen wollen. Das gibt allen einen Schub, der nicht zündet, wenn ihr alleine in eurem stillen Kämmerlein vor euch hinarbeitet. So entsteht ein Flow – oder wenn ihr so wollt: der Zauber des Anfangs. Das ist doch viel besser als eines Morgens in der Firma aufzuwachen und zu merken, dass ihr zu Sklaven geworden seid.
Oder was meint ihr?

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