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Zwei nackte Männer – so lud uns das Filmplakat von „100 Männer“ ins Kino ein. Habt ihr „100 Dinge“ gesehen? In der deutschen Komödie mit Florian David Fitz und Matthias Schweighöfer beschliessen zwei Materialisten, „nackt“ anzufangen, ihr ganzes Hab und Gut wegzuschliessen. Jeden Tag erhalten sie nur einen Gegenstand zurück.

Ein interessanter Ansatz, finde ich. Dahinter steckt nämlich die Frage: Was brauchen wir wirklich? Wenn es kalt ist, greifen wir schliesslich zu warmer Kleidung, ein iPhone hilft uns da nicht weiter.

„Leichtes Gepäck“ sangen Silbermond. Und ich finde: Noch wichtiger als weniger materielle Dinge anzuhäufen und mit uns herumzuschleppen, ist es unser mentales Gepäck zu reduzieren. 

 

100 Dinge, die euch nicht aus dem Kopf gehen

„100 Dinge“ kam im Dezember in die Kinos, die Zeit der grossen Rückblicke. Überall wurden die Bilanzen gezogen. Der Blick war ganz auf die Vergangenheit gerichtet. Und die Gegenwart? Futsch, oder?

Wie schlaft ihr ein? Den Kopf voller Gedanken? Läuft in euren Hirnen tagtäglich ein Film mit dem Titel „100 Dinge, die mir nicht aus dem Kopf gehen“ ab? Euer ganz persönlicher Rückblick-Movie, der euch im Bett hin- und herwälzen lässt. Über den ihr irgendwann einschlaft und den ihr in eure Träume mitnehmt.

Ich gehe ins Bett und schlafe ein. Ich schalte sofort ab. Früher habe ich gedacht, mit mir stimmt etwas nicht, Weil ja alle den Tag im Kopf herumwälzen. Rückblick halten, statt zu schlafen. Und ihr denkt vielleicht auch, dass es gut und richtig ist, den Tag Revue passieren zu lassen. Diese tägliche Routine der mentalen Verarbeitung.

Aber ich habe erfahren, was für ein Schatz das ist, die Eindrücke, die ich über den Tag habe gleich verarbeiten zu können – sie nicht wie überflüssiges Gepäck mit mir herumzuschleppen, mit ins Bett zu nehmen. Und das könnt ihr lernen – Ihr könnt lernen, im Hier und Jetzt zu (er)leben. Dann darf es heißen: „Jetzt live (er)leben“, statt im Nachgang per Mausklick Fotos anschauen und in Erinnerung schwelgen. Oder schlimmstenfalls per Kopfkino, in Dauerschleife immer und immer wieder die gleichen Situationen durchzuspielen. 

 

Mentales Muskeltraining

Es ist ein bewusster Prozess, seine mentalen Leitungen durchzuputzen. Stellt euch vor, euer Gehirn ist euer Zuhause und ihr seht euch um. Was habt ihr in den Regalen stehen? Bewahrt ihr in Schubladen und Kisten auf? Und dann räumt ihr alles weg, was euch an die Vergangenheit bindet und euch daran hindert, in der Gegenwart zu leben.

Ihr entscheidet euch, einen anderen, als den gewohnten Blick auf eure Vergangenheit einzunehmen. Was braucht ihr in eurer Vergangenheit, auf das ihr nicht verzichten könnt? Was in eurer Vergangenheit macht euch schwer, zieht euch immer wieder zurück?

Indem ihr eure mentalen Leitungen durchputzt, bringt ihr die richtige Würze in euer Leben. Eurer Leben ist schliesslich kein Einheitsbrei, keine Instantsosse.

 

Lecker leben – reduzieren

Ihr könnt euch entscheiden, wie ihr leben wollt. Wenn ihr jemals eine Sauce selbst einreduziert oder die selbige aufmontiert habt – wie meine liebe Freundin Birgit, genannt „Köchi“, zu sagen pflegt – oder die Sauce eines Könners genussvoll degustieren durftet. Ja dann glaube ich nicht, dass ihr noch Instantsaucen in EURE Küche lasst.

Vom Kochen lernen wir: Es braucht nicht viel, um eine tolle Sauce zu machen. Die richtigen Lebensmittel, möglichst vom Bauern eures Vertrauens, und – last but not least – die drei „s“: süssen, salzen, säuren.

Und das alles in Balance, mit viel Liebe und Geduld eingekocht, reduziert, und gerührt, bei niedriger Hitze köcheln lassen … Die Vergangenheit ist für euer Leben wie eine Zutat. Ihr braucht Balance. Weniger ist mehr.

Meine Oma hat schon immer gesagt: Die Dosis macht das Gift ;-) Reduktion auf das Wesentliche ist der wahre Reichtum. Viel Spass beim lecker leben!

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