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Ganz in der Nähe meines Wohnortes liegt auf einer Anhöhe in Rikon ein tibetisch-buddhistisches Kloster. Gegründet wurde es 1968 in Folge des gescheiterten Tibetaufstands gegen die chinesischen Besatzer im Jahr 1959. Es ist das einzige Kloster ausserhalb Asiens, das im Auftrag des Dalai Lama gegründet wurde. In diesem Jahr, feierte das Tibet-Institut Rikon sein 50-jähriges Jubiläum und der Dalai Lama war auch mit dabei.

Jedes Mal, wenn ich das Kloster sehe, packt mich der Stolz auf mein Heimatland: Denn die Schweiz war damals das erste europäische Land, das tibetische Flüchtlinge aufnahm. Und somit half, ein altes Wissen zu bewahren, das mich und andere im Jetzt und Heute inspiriert. Und einige beherzte Unternehmer, darunter die Brüder Jacques und Henri Kuhn, gründeten eine Stiftung, um die Finanzierung und den Unterhalt des Klosters sicher zu stellen.

 

Menschsein spüren

Die Besetzung Tibets durch China drohte ein Wissen zu zerstören, dass wichtig für die ganze Welt ist. Das Rikon-Kloster hat sich mit Erlaubnis des Dalai-Lama zur Aufgabe gemacht, dieses Wissen zu lehren. Eine Brücke zwischen den alten Weisheiten Tibets und Europa zu bauen. Es gibt hierzu Kurse – und eure Yvette hat einen solchen Kurs mitgemacht. 

Klar, schließlich liebe ich das Brückenbauen. Und so bringe ich euch heute ein kleines Stück dieser Weisheit mit. Und ich sage euch: Der Anfang ist ganz leicht – und gaaaaanz langsam. Das Ziel ist, dass ihr euer Menschsein wieder stärker spürt. Euch daran erinnert, was es für euch bedeutet, Mensch zu sein.

 

Gaaaaanz langsam

Die heutige Welt ist im Wandel – und zwar rasant. Digitalisierung, Künstliche Intelligenz – die Welt dreht sich immer schneller. Und wir uns mit ihr. Wir werden wie in einem Teilchenbeschleuniger durch unser Leben katapultiert. Viele Menschen sind deswegen weit weg von sich selbst. Hier gilt es einen Break zu machen. Aber wie?

Indem wir uns mit unserem Körper beschäftigen. Und zwar langsam, bedächtig, andächtig. Hochleistungssporteln, Hardcore-Körperertüchtigung, das ist nicht der Weg zu unserem wahren Selbst.

Sondern: Spürt euren Körper. Langsame, bedächtige Yoga-Übungen sind angesagt. Entschleunigung. Geht mit Körperübungen rein ins Spüren. Jeder hat seine eigene Wirklichkeit, sein eigenes Menschsein. Über euren Körper kommt ihr hier ganz bodenständig dran. Das habe ich in Rikon gelernt. 

Körperübungen sind ein schöner, harmloser Einstieg, um aus dem Teilchenbeschleuniger auszusteigen und sich wieder selbst zu spüren. Das ist gut für mich – und die Menschen, denen ich begegne: Spürt ihr euer Menschsein, dann ist auch euer Mitgefühl für andere Menschen gestärkt.

 

Raus aus dem Teilchenbeschleuniger

„Aber ich bin doch nicht der Dalai Lama – ich habe keine Zeit für langsame und bedächtige Übungen“, so denkt ihr vielleicht. „Wie soll ich stundenlang meditieren? Ich muss schließlich arbeiten!“ 

Aber es braucht nicht viel Zeit. Und beginnt ihr einmal, dann bekommt Zeit eh einen anderen Klang für euch. Ihr entschleunigt euch – und spürt, dass ihr dadurch auch mit dem schnellen Wandel besser klar kommt. Weniger gehetzt zu sein, ist einfach besser für den Durchblick. Und das hab’ ich dann mit dem Dalai Lama gemeinsam – oder mit den buddhistischen Lehrern im Kloster Rikon – ich lass’ den Teilchenbeschleuniger hinter mir, bin stark im Hier und Jetzt. Ich habe meine eigene Energiequelle in mir entdeckt, die mir satt Schub für den Tag bringt. Probiert es doch einmal aus.

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