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USA

Alexandria Ocasio-Cortez, Ayanna Pressley, Donna Shalala: Sie stehen beispielhaft für eine Sensation. Denn noch nie haben so viele Frauen bei einer Wahl in den USA kandidiert – und noch nie wurden so viele Kandidatinnen gewählt. 

Was glaubt ihr, warum das gerade bei dieser Wahl möglich war, obwohl doch der amtierende Präsident nicht gerade als Frauenförderer bekannt ist? Na, gerade deshalb!

 

Die Axt im Walde

Seit gut zwei Jahren poltert es im Weißen Haus. Es ist laut. Donald Trump schreit, provoziert, verärgert. Er nimmt kein Blatt vor den Mund, handelt außer Rand und Band. Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika verhält sich wie die Axt im Walde. Er geht immer vorwärts, wirft keinen Blick zurück. 

Ja, das erschüttert viele. Und zwar so tief, dass sie nicht mehr wegschauen können. Einfach weiter zu Hause bleiben ist keine Option – auch für die vielen Frauen, die sich in den USA zur Wahl gestellt haben. Dafür waren es ein paar frauenfeindliche Äußerungen zu viel, die sie sich anhören mussten. 

Und so haben viele US-Amerikaner – und unter ihnen viele Frauen – das reine Schimpfen hinter sich gelassen. Der puren Rebellion sind sie längst entwachsen. Stattdessen fragen sie sich: „Wie kann ich etwas dazu beitragen, dass sich unsere Gesellschaft zum Besseren verändert?“

 

Wo bleibt die Balance?

Das Beispiel der USA verdeutlicht ganz gut, was ihr auch andernorts beobachten könnt: Die Welt muss erst aus den Fugen geraten, damit sie wieder in die Balance kommen kann. Und das sage ich, obwohl ich natürlich Spaltung in der Gesellschaft immer beunruhigend finde. Aber ich glaube eben auch, dass Veränderung immer auch eine große Bereitschaft zur Bewegung voraussetzt. Und manchmal brauchen Menschen scheinbar einen Ausnahmezustand, der wachrüttelt, um in Aktion zu treten. 

Und so ist das auch bei Donald Trump, dem 45. Präsidenten der USA. Seine Amtszeit ist ein Weckruf, der weit über die Grenzen des Kontinents hinaus wirkt. Und wie er da so poltert, provoziert er einen Machtwechsel. 

 

Wegschauen nicht möglich

Ob er sich darüber bewusst ist? Keine Ahnung! Klar ist aber, dass er irritiert. Alle reden ständig über ihn, ich wette, ihr auch. Er ist so laut, dass niemand ihn ausblenden kann. 

Das ist wie bei einem echt heftigen Unfall: Überall Sirenen, helle Lichter, lautes Tatütata. Viele Menschen in den USA – und eben auch viele Frauen – geht das bildlich gesprochen unter die Haut. Seine frauenfeindlichen Aussagen greifen sie auch physisch an. Und jetzt stehen sie auf, um ein neues Wertemodell in die Welt bringen. 

Um zu erkennen, dass Trump diese Bewegung mit ermöglicht, ist es unwichtig, ob ihr ein Befürworter oder Gegner seid. Ganz unabhängig von meiner Meinung über ihn muss ich einfach feststellen: Noch kein anderer vor ihm hat geschafft, das Land so zu bewegen. 

 

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